Unser Winzer des Monats Juli kommt aus dem Herzen der Mosel – und seine Geschichte ist so besonders wie seine Weine.
Im Jahr 2000 wagte Daniel Vollenweider, ein Quereinsteiger aus dem Schweizer Graubünden, einen mutigen Neustart. Mit kaum mehr als einem Hektar Reben in der Wolfer Goldgrube bei Traben-Trarbach gründete er sein Weingut, angetrieben vom Anspruch, das volle Potenzial des Terroirs in der Flasche einzufangen. Das Weinhandwerk hatte er zuvor bei Georg Fromm in der Schweiz und beim Weingut Dr. Loosen an der Mosel erlernt. Als Mitglied im „Klitzekleinen Ring“, einem Zusammenschluss von Weingütern rund um Traben-Trarbach, die Steilstlagen pflegen und erhalten, fand Vollenweider seine Bestimmung. Nach seinem viel zu frühen Tod im Juli 2022 führen Moritz Hoffmann und Vinzent Ewest das Weingut weiter. Moritz, der Weinbau in Geisenheim studierte und Erfahrungen in Südtirol sowie Australien sammelte, war seit 2019 Daniels rechte Hand – und seit 2020 bereits aktiv an der Vinifikation beteiligt. Sein Ziel ist es, Daniels Stilistik in aller Konsequenz fortzusetzen und wir finden das schafft er sehr erfolgreich.
Die Lagen an der Mosel
Den Kern des Betriebs bildet die Wolfer Goldgrube, auf die rund fünfeinhalb der insgesamt knapp sechseinhalb Hektar Rebfläche entfallen. Grauer Schiefer, durchzogen von eisenhaltigen Rotschieferadern, prägt diese Lage. Drei Hektar werden hier noch in traditioneller Einzelpfahlerziehung bewirtschaftet. Ergänzt wird das Portfolio durch den Kröver Steffensberg, den Trarbacher Burgberg und Schlossberg sowie den Schimbock, eine Monopollage von einem halben Hektar, deren graublauer Schiefer und alte Reben die Grundlage für einen trocken ausgebauten Riesling mit außergewöhnlichem Reifepotenzial bilden.
Bewirtschaftet wird ökologisch und BIO-zertifiziert, ganz ohne chemisch-synthetische Mittel, Herbizide oder Insektizide. Stattdessen wird auf konsequente Handarbeit, 100 % Handlese und ein schonender Ausbau in großen Holzfässern sowie Edelstahl gesetzt. Die Vergärung erfolgt ausschließlich spontan mit natürlichen Hefen, ergänzt durch ein langes Hefelager. Dadurch ergeben sich puristische, schieferbetonte Rieslingweine, eher steinig als fruchtig, stets mit fester Struktur. Eine charakteristische Maischestandzeit verleiht ihnen den für die Reife wichtigen Körper. Die Rieslinge von Vollenweider sind puristisch und schieferbetont, feine steinige und salzige Noten prägen den Charakter. Mit fester Struktur ausgebaut, brauchen die Weine Zeit, um ihr volles Potenzial zu entfalten, mit zunehmender Reife gewinnen sie an Harmonie, ohne dabei ihre Spannung zu verlieren.
Überzeugen Sie sich aber selbst von den Weinen von Vollenweider bei unserer offenen Verkostung im Weinhaus Trier: Am Samstag, den 11. Juli 2026 können Sie das Weingut und ihre Weine näher kennenlernen. Wir freuen uns auf Sie!